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B U R I A L – UNTRUE. HDBCD002
Ich hasse Dubstep. Dubstep ist das, was am Ende übrigbleibt, wenn man dem Drum & Bass jeglichen Style entzieht und dafür eine Mischung aus Lameness, Langeweile und einem kläglichen Rest 2Step zuführt. Es ist nichtmal 2Step Light, es ist einfach Crap.
Ginge es allein nach Burial, würde ich Dubstep lieben. Vergöttern, verehren, ihm jegliches Opfer darbringen, was ich zur Verfügung hätte. Katzen, Ziegen, Söhne, Jungfrauen, you name it. Scheissegal.
Ich müsste eigentlich lernen, mal aufräumen, Persona 3 weiterspielen, spülen, Sachen für die Uni erledigen aber ich kanns nicht. Ich kann es nicht. Was ich zur Zeit kann, ist in meinem dunklen Wohnzimmer auf dem Sofa zu liegen und zu hören. Immer und immer wieder.
Tiefe Bassläufe mit den gewohnten Stepbreaks, überlagert von atmosphärischen Melodien, garniert mit verzerrten, abgeschnittenen und neu zusammengefügten, souligen Lyrics. Fast das ganze Album hindurch. Von ein, zwei Tracks, die ohne Breaks auskommen, mal abgesehen. Aber auch die haben es – nichtsdestoweniger – verdammt in sich.
Wenn man das Album das erste mal hört, hat man den Eindruck, dass alles irgendwie gleich klingt und das ist tatsächlich zu einem gewissen Grad der Fall. Liegt mitunter auch am Dubstep selber. Aber je öfter man es hört, desto mehr Feinheiten fallen einem auf. Dabei ist das Album sehr minimalistisch gehalten. Man wird nicht vom Sound überrollt. Eher ganz im Gegenteil. Viele Tracks sind sehr filigran, kaum greifbar und doch ziehen sie einen tief, tief rein. Oft sogar runter. Öfter als einem möglicherweise lieb ist.
Freunde von atmosphärischen, hurendeepen Stepzeug müssen das Teil haben. Alle anderen sagen vielleicht eher “Klingt ja doch alles gleich.”.
Ich weiß nicht, was dem Typen widerfahren sein muss, um solche Musik machen zu können. Burial gibt nämlich keine Interviews.
Wozu auch?